 Die Teilnehmer der Tour werden vorher über das Wesentliche informiert
Natürlich trug Elizabeth mehrer Lagen Kleidung unter ihrem Anzug. Das war gut so, wie sich später herausstellte; denn manchmal wurde es doch recht kühl. Sie nahm sogar Handschuhe mit.
Anzüge und Stiefel waren in allen Größen vorhanden und jedermann schien das Passende bekommen zu haben.
Langsam quälten wir uns alle in die Anzüge. Ich war schweißgebadet nachdem ich endlich seetüchtig war. Der Anzug war fast wie eine Regenanzug, wie man ihn beim Motorradfahren benutzt, nur viel enger und dick gepolstert. Außerdem musste man verschiedene Klettverschlüsse zumachen, damit im Fall eines Unfalls kein oder nur wenig Wasser eindringen kann.
Natürlich mussten einige Leute, nachdem sie den Anzug an hatten nochmals auf die Toilette. Sicherlich kein einfaches Unterfangen. Tun Sie das also bitte vorher!
Wir sahen nun auch, dass Verpflegung mitgenommen wurde. Uns wurde bei dem kurzen Einführungsvortrag gesagt, dass wir bei einem verlassenen Fischerdorf anlegen würden und dort die Möglichkeit hätten unsere Bedürfnisse zu stillen. Ich hatte dabei nicht an essen und trinken gedacht, sondern an das Gegenteil davon.
Mir war das aber sehr recht so; denn sicherlich hatte ich beim Kampf mit dem Rettungsanzug einige Kalorien verloren.
 Fast fertig zum Abmarsch
Aufgrund unserer Erfahrungen In Twillingate, wo wir am Heck des Bootes Platz genommen hatten, wählten wir diesmal die Bugseite. Die dicken Anzüge würden uns schon warm halten!
Ohne große Zeremonie ging es los sobald jedermann Platz genommen hatte. Auch diesmal war das Boot voll.
Wir wussten, dass wir nicht nur zu den Walen fahren würden, sondern auch zu Seevögeln. Jemand wollte unbedingt Puffins sehen. Uns war das nur recht.
Ich war überrascht, wie das "Zodiac" loszog. Ich hatte den Eindruck es war weitaus schneller als die Fähre zischen Nova Scotia und Neufundland und auch schneller als das Boot des "Eisbergmannes in Twillingate". Wir hatten aber auch ein ausgedehntes Programm vor uns.
 Ein Wal |
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In Neufundland werden in vielen Orten Touren zu den Walen oder Eisbergen angeboten.
Die Eisberge hatten wir schon besucht und natürlich wollten wir auch Wale sehen.
Wir hatten den Veranstalter der Touren schon kurz am vorherigen Abend kennen gelernt und waren sehr gespannt auf das Abenteuer, das uns erwartetet.
Wir waren daher rechtzeitig in seinem Gästehaus. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und hatten etwas Zeit uns umzusehen.
Einige Gäste waren noch beim frühstücken und andere kamen so wie wir offensichtlich von außerhalb.
Unsere größte Aufmerksamkeit galt dem Schulungsraum.
Die Wände waren voll mit Fotos und Bildern von Walen, Delfinen und Seevögeln.
Wir lernten dort auch, dass Hausgäste, die länger bleiben, an mehreren Touren teilnehmen können und dass auch Lichtbildervorträge am Abend abgehalten werden.
Die Zeit verging sehr schnell; denn es gab so viel zu sehen.
Dann kam der Tourenleiter, gab eine kurze Einleitung in der er uns mit Einzelheiten vertraut machte. Darunter natürlich auch mit den Verhaltensmaßregeln.
Er verwarf dabei, wie erwartet den Begriff "Whale Watching".
Er sprach von Kontakt zu den Tieren.
Dabei informierte er uns über die Sicherheitsmaßnahmen.
Für die Tour wird ein sehr sicheres, großes Schlauchboot mit zwei Motoren verwendet und jedermann muss einen Rettungsanzug anlegen, der ein Überleben für lange Zeit im eiskalten Wasser garantiert.
Diese Dinge sind wichtig, wie wir später in Labrador auf einer Tour zu der Insel "Battle Habour" lernten.
Da fiel der Motor aus und wir hatten nur Schwimmwesten an.
Ich fühlte mich nun fast wie ein Astronaut kurz vor dem Start in den Weltraum.
Allerdings war ich im Gegensatz zu diesen sicher, lebend zurückzukommen.
Unsere Begleiter teilten offensichtlich diese Ansicht und wir hatten einigen Spaß.
Die Sonne wärmte uns von einem strahlend blauen Himmel. Man fühlte keinen Wind und ich konnte es kaum erwarten im Boot zu sein und etwas Abkühlung zu bekommen.
Endlich kamen die letzten Nachzügler und wir trottenden hinter unseren Tourenleiter in Richtung Hafen.
Entgegen meinen Erwartungen erregten wir bei den Einwohnern von Trinity keinerlei Aufsehen.
Offensichtlich haben sie sich an dieses Schauspiel schon seit langer Zeit gewöhnt.
Zum Glück ist Trinity nicht sehr groß und so errechten wir den Hafen in wenigen Minuten.
 Volle Fahrt voraus
Jedermann war aufgeregt als die ersten Wale auftauchten. Unser Leiter gab von seinem erhöhten Sitz aus immer Anweisungen in welche Richtung man schauen sollte.
Leider war meine digitale Kamera recht langsam.
Ich hörte einen Wal das Wasser ausblasen. Es klang wie ein Schnauben. Er war an der Wasseroberfläche und ich versuchte ihn mit der Kamera zu erwischen.
Leider konnte ich auf dem Monitor aufgrund des grellen Lichtes absolut nichts sehen.
Ich zielte daher nur wie mit einer Pistole und hoffte, dass das Bild was wird.
Die meisten dieser Bilder sind leider nicht zum Vorzeigen.
Meine Kamera war bereits 4 Jahre alt und daher ziemlich veraltet.
Die nächste muss auch einen zusätzlich eingebauten Sucher haben.
Heute bin ich bereits bei der übernächsten und habe noch immer Probleme! |