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Vielleicht ist es Ihnen genauso gegangen wie uns. Ganz in Ihrer Nähe findet ein bekanntes Ereignis statt, oder Sie Sie haben eine bekannte Sehenswürdigkeit in unmittelbarer Reichweite - aber Sie haben nie teilgenommen oder sich die Zeit zu einem ausführlichen Besuch genommen, da es ja so nahe ist und Sie das jederzeit tun können.
Wir haben auf diese Weise schon einiges vermisst und bedauern das jetzt sehr. Da wir noch immer lernfähig sind hatten wir beschlossen, ganz in unserer Nähe einmal an einer
"Sugar Bush Tour" teilzunehmen. Diese Tour, die einem vermittelt, wie der
Ahornsirup geerntet und verarbeitet wird findet nur an Wochenenden im März
statt.
Wir machten uns also an einem schönen, sonnigen Samstagnachmittag auf den Weg zu der Farm, parkten unser Auto und marschierten zu der Farm. Dort fanden wir viele Leute, die das gleiche
vor hatten wie wir.
Leider wehte ein schöner, eisiger Wind und Elizabeth, meine kanadische Frau begann zu schlottern und mit den Zähnen zu klappern. Ich hatte keine Probleme, was wieder einmal bestätigt: "Lieber rund und gesund, als schlank und krank."
Wir fuhren also zurück und beschlossen am nächsten Tag noch einmal zu versuchen.
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Elizabeth hat sich dann am Sonntag, wie versprochen in etwa fünf Lagen von Kleidung, angefangen mit Angoraunterwäsche verkrochen und wir machten uns erneut auf den Weg.
Leider schien diesmal keine Sonne und alles war eingetrübt. Der Besucherandrang war aber trotzdem ungebrochen.
Wir kauften uns als erstes zwei Karten für je 3$ um an der offiziellen Tour teilzunehmen. Zwei Traktoren mit Anhänger wurden benutzt um die Teilnehmer zu dem Wald zu bringen,
in dem der Sirup geerntet wurde.
Wir Passagiere durften auf Strohballen Platz nehmen und schon ging die Reise los. Da wir die ersten waren, welche Platz nahmen, saßen wir am Anfang des Wagens, direkt über der
Achse. Sehr schnell spürten wir, dass der Wagen keinerlei Federung
und der Feldweg viele Löcher hatte.
Trotzdem kamen wir nach wenigen Minuten unbeschadet am Ziel an.
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Vor dem Start wurden die Strohballen neu ausgerichtet und zum Teil ersetzt. |
Die erste Station der
Tour zeigte, wie die Ureinwohner den Sirup zubereiteten. | | Der Weg durch den Laubwald war gut beschildert und mit Holzsplittern belegt, damit der Boden nicht beschädigt wurde
und man keine schmutzigen Schuhe bekam.
Die erste Station zeigte uns, wie die Ureinwohner Ahornsirup gewannen. Natürlich hatten diese noch keine feuerfesten Töpfe um den Sirup zu erhitzen und um darin das Wasser zu verdampfen. Sie erhitzen Steinbrocken in einem Holzfeuer und warfen diese dann in einen Holzbottich, der den Ahornsaft enthielt.
Das war eine intelligente aber etwas mühselige Lösung. Sie funktionierte aber und wurde im Prinzip von den Europäern übernommen. |
Die Ahornbäume werden angezapft und
der Saft fließt in den darunter hängenden Eimer.
An Bäumen, die an einem Abhang standen, fanden wir auch ein Pipelinesystem, das Plastikschläuche benutzte um den Saft in einen zentral angebrachten Container zu bringen.
Den Bäumen scheint dieser Aderlass nichts auszumachen. Diese Methode wird seit Generationen praktiziert und der Ahornwald lichtet sich nicht.
Ich führe unsere Besucher aus Europa oft zu der nahe gelegenen Farm damit sie dort direkt vom Erzeuger einkaufen können.
Wir raten Ihnen den Sirup nur in Glas- oder Plastikbehältern zu kaufen. Falls Sie Blechdosen wählen, sollten Sie den Sirup nach dem Öffnen sofort umfüllen.
Die teuerste Sorte des Sirups ist "Light". Es gibt auch Naschwaren aus Ahornsirup und sogar eine hausgemachte Wurst in welcher er verwendet wird. Versuchen Sie dies doch einmal - sie schmeckt gut!
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Elizabeth prüft, wieviel Saft bereits im Eimer ist |
Die erste Ausbaustufe der Ahornsirupzubereitung
| Elizabeth lacht immer, wenn sie lange deutsche
Wörter sieht. Ich antworte ihr dann immer, warum drei Wörter für einen Begriff?
Die ersten Siedler haben die Zubereitung des Sirups sofort vereinfacht indem sie Gußeiserne Töpfe verwendet haben. Das wurde hier demonstriert.
Die junge Dame in dem eigenartigen aber warmen Aufzug beantwortete alle Fragen sehr freundlich. |
Das für die Zubereitung des Sirups
benötigte Brennholz wurde an Ort und Stelle zubereitet. Besucher durften
sich, ohne extra dafür bezahlen zu müssen, an großen Handsägen
versuchen und konnten zusehen, wie man Holz mit einer Axt spaltet. Hier
tun das jetzt normalerweise nur noch mit Maschinen.
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Eine weitere Verbesserung brachte die Verwendung von flachen Pfannen.
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Hier konnte man Spezialitäten mit Ahornsirup für wenig Geld versuchen. | Natürlich ließen wir uns die
Gelegenheit nicht entgehen einige der angebotenen Spezialitäten zu
versuchen und um Elizabeth die Möglichkeit zu geben sich aufzuwärmen.
Angeboten wurden dicke (kanadische) Pfannkuchen, gebackene Wurstscheiben (sehr gut), Muffins mit Ahornbutter (da ist keine Butter drin), gebackene Bohnen mit Ahornsirup und einiges mehr.
Alkohol, ist wie üblich nicht erhältlich und rauchen war ebenso verboten.
In einem kleinen Verkaufsladen haben wir uns dann noch mit Geschenken eingedeckt.
Falls Sie die Gelegenheit haben an einer derartigen Tour teilzunehmen, wenn Sie im März in Ontario sind, lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen.
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