Ein Internet-Reiseführer für Ontario ohne den Besuch eines Weingutes verbunden mit einer Weinprobe ist mit Sicherheit nicht vollständig.
Vielleicht wissen Sie nicht einmal, dass in Ontario auch vorzüglicher Wein aus einheimischen Trauben gekeltert wird. Damit wurden schon viele internationale Preise gewonnen.
Aufgrund der klimatischen Verhältnisse ist besonders der Eiswein sehr erfolgreich geworden.
Ich bin kein Weinexperte und auch kein Weinkenner. Entweder der Wein schmeckt mir oder nicht. Ich habe meinen ersten Wein aus Ontario in einem Schnapsladen gekauft. Dabei hatte ich Glück aber auch großes Pech. Zum Glück darf man aber Wein auch beim Erzeuger kaufen. Bei Bier und Schnaps ist das nicht möglich.
Um über unseren Wein berichten zu können habe ich mir deshalb Informationen besorgt, die durch vom "Wine Council of Ontario (WCO)" erhältlich waren. Ich entschied mich sofort, daraus nichts zu duplizieren. Sicherlich hätte ich dabei einige Urheberrechte verletzt und das liegt mir nicht. Ich wollte meine persönlichen Eindrücke als unerfahrener Weintrinker weiter geben.
Deshalb versuchte ich mit einigen Weingütern Kontakt aufzunehmen um Vorabinformationen zu bekommen. Leider bekam ich nie eine brauchbare Antwort.
Im Schnapsladen kaufte ich nur noch Rotwein aus Südafrika, Australien oder Chile.
Eines Tages ist mir beim Mittagessen in einem guten Thai-Restaurant die Werbung eines Weingutes aufgefallen. Während ich auf das Essen wartete habe ich diese durchgelesen. Sie hat Küsse mit Wein verglichen und Aussprüche vieler Persönlichkeiten dazu zitiert. Darunter auch Martin Luther, der ja für seine derbe Aussprache bekannt ist. Er wurde allerdings um etwa 2000 Jahre jünger gemacht.
Ich schrieb eine E-Mail and das Weingut und bekam eine recht freundliche Antwort. So lernte ich die "Pillitteri Estate Winery" kennen.
 Im Ausstellungsraum
 Eiswein
Ich hatte meinen Besuch angekündigt. Ich suchte nach jemanden, der mir persönlich helfen konnte und fand Francine, eine sehr nette Dame. Es war gut, dass ich mich angemeldet hatte. Sie war vorgewarnt worden und gab mir eine interessante Tour. ich durfte auch ohne jegliche Einschränkungen Bilder zu machen.
Ich lernte das dieses Weingut vor etlichen Jahren noch ein Früchtemarkt war. Ich freute mich darüber, dass hier auch heute noch Früchte aus der Umgebung, Honig, Ahornsirup und viele andere Produkte angeboten werden.
Ich schlenderte gemütlich durch die Verkaufsräume, kaufte 2 Flaschen Gewürzessig und 2 mit Eiswein verfeinerte Pralinen. Die habe ich gleich aufgegessen bevor sie in der Hitze schmolzen. Ich bin Diabetiker - das hat mich zurückgehalten über die Stränge zu schlagen.
Von all den Anstrengungen habe ich mich auf der überdachten Veranda erholt ohne, dass ich belästigt wurde. Andere Besucher haben das auch getan!
 Konfekt, verfeinert mit Eiswein.
 Früchte aus der Umgebung.
Mir gefiel es hier gut. Kein Pomp für den man zusätzlich bezahlen musste. Schnelle Bedienung. Sogar alkoholfreie Getränke wurden aus einem Automaten angeboten. Das ist bei der Hitze sicherlich besser als Wein auf nüchternen Magen; denn es gibt kein Restaurant hier.
In einigen Tagen wird mich mein Sohn aus Deutschland mit seiner Freundin besuchen. Elizabeth, meine zweite Frau wird dann mitkommen und wir werden gemeinsam die Weinprobe nachholen.
 Hier habe ich mich ausgeruht!
Elizabeth liebt es Marmelade zu machen. Viele der dazu notwendige Früchte kommen aus unseren Garten. Wir leben fast in der Stadtmitte von Welland und jeder ist überrascht, was da alles im Garten wächst.
Ich bin sicher, dass sie hier einige Anregungen findet. Ich hoffe nur, dass sie nicht anfangen will Eisweingelee machen zu wollen - das käme viel zu teuer für den täglichen Gebrauch.
 Saucy Sangria Jelly
 Ahorn Sirup.
Vielelicht finden Sie hier ein kullinarisches Andenken an Ihren Besuch der Niagara Halbinsel. Vielelicht Eisweingelee? Das gibt es nicht berall zu kaufen.
 Eichenfässer.
 Ein Eichenfaß aus Frankreich. |
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 Achten Sie auf dieses Zeichen.
 Pillitteri Estate Winery
 Ich parkte direkt neben dem Eingang.
Eine große Besuchergruppe kam zur gleichen Zeit an. Ich habe mich dieser Gruppe nicht angeschlossen.
Nach einem schweren Unfall kann ich nicht mehr sehr gut laufen und war froh, dass Francine darauf Rücksicht nahm.
Nachdem ich sie vorgewarnt hatte, wurde ich meine unangenehmen Fragen los. Ich sagte ihr auch, dass meine Weinkenntnisse sehr begrenzt sind und ich meist das was man entsprechend den Beschreibungen schmecken sollte, nicht schmecke.
Sie merkte sofort, dass ich Deutscher bin und ich erzählte hier, dass ich in Deutschland besonders den weißen Frankenwein mochte, aber auch Wein aus anderen Anbaugebieten, wie dem Rhein und der Mosel. Ich fügte hinzu, dass ich dagegen mit Wein aus Baden-Württemberg schon nach einem Glas immer krank wurde.
Dies war die Überleitung zu einer meiner bösen Fragen. Alle Weingüter preisen ihre Produkte so an, dass man den Eindruck gewinnt das jeder nur Spitzenprodukte und das Feinste vom Feinen herstellt.
Ich habe einen dieser Spitzenweine in den Ausguss geschüttet. Für mich stank er und mir tat es um das Mineralwasser leid um ihn zu verdünnen. Zusätzlich habe ich mehrfach gelesen, dass die Anbauer der Weinreben, diese nicht mehr los werden, da viele Weingüter Traubensaft importieren.
Ich war sehr froh als ich bestätigt bekam, dass man mit Traubensaft auch in Alaska oder Grönland Wein herstellen kann, der nicht einmal schlecht sein muss. Ich hatte auch recht, dass die Qualität des Weins vom Anbaugebiet der Trauben abhängt. Das erklärt, dass mir der Wein aus der Heilbronner Gegend zwar geschmeckt hatte - ich ihn aber nicht vertrug.
Ich muss also den Ratschlag in meinem Internet-Reiseführer nicht ändern, ein Weingut zu besuchen und dort eine kleine Weinprobe vorzunehmen, bevor man kauft.
Bei Pillitteri sind die Weinproben noch immer kostenlos. Nur für den teuren Eiswein wird eine kleine Gebühr verlangt. Andere Weingüter lassen sich alles bezahlen. Ich mache da nicht mit - würden Sie für die Probefahrt eines Autos bezahlen? Sogar in Delikatessengeschäften habe ich immer erst probieren dürfen bevor ich etwas mir unbekanntes kaufte.
Gary Pillitteri der Gründer dieses Weinguts ist italienischer Abstammung. Es war immer der Traum seines Lebens Wein zu machen. Als Hobby hat er da gleich mit Eiswein begonnen und war überrascht als dieser sofort einen Preis gewann.
Das Weingut ist heute noch immer in privaten Händen und ist offensichtlich der größte Produzent von Eiswein. Man ist dafür besonders Deutschland dankbar. Das Klima der Niagara Halbinsel ist aber auch dafür bestens geeignet. Die Trauben müssen nicht im Gefrierschrank vorbehandelt werden.
Bitte besuchen Sie die offizielle Webseite des Weinguts. Sie finden oben ein Link. Die Weine werden dort gut präsentiert und Sie finden dort auch die aktuellen Preise.
In Kanada wurde zum Glück auch ein Gütesiegel für Wein eingeführt. Sie finden mehr darüber im Internet. Die Philosophie von der "Pillitteri Estate Winery" folgt diesen Vorgaben.
 Eine Besuchergruppe ist soeben angekommen.
Während meines ersten Besuchs habe ich keinen Wein probiert. Ich wollte das nicht unter Zeitdruck tun obwohl ich natürlich nicht das erwartetet, was mir ein Freund in Deutschland in seiner Weinhandlung bot. Da gab es immer etwas besonderes zum Essen, das zum Wein passte und je länger ich probierte um so mehr kaufte ich. Nach einer derartigen Weinprobe darf man dann auch nicht mehr selbst fahren. Ich berichtetet Francine über meine bisherigen Erfahrungen.
Als wir vor einiger Zeit in Guelph waren, wurden dort in einem Restaurant Bierpoben angeboten. Ich habe dazu gute Würste gegessen und es dauerte eine ganze Weile bis ich das "richtige" Bier gefunden hatte. Natürlich musste alles bezahlt werden.
 Bei der Weinprobe.
 Baci ist ein italienisches Wort und bedeutet Kuß. Die Bilder machen das klar.
Die Gesichter und besonders die Lippen der Damen mit den langen Hälsen hatten meine Aufmerksamkeit in den Thai-Restaurant geweckt.
 Ein zweirädriger Karren aus Sizilien. Er wird auch im Logo des Weinguts benutzt.
Das Pillitteri Weingut hat kein Restaurant. Andere Weingüter bieten feine Küche an. Mir hat es hier trotzdem sehr gut gefallen und ich war auf die Weinprobe gespannt.
Die ungezwungenen Atmosphäre, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die Beantwortung aller meiner Fragen hatten einen sehr guten Eindruck hinterlassen.
 Im Weinkeller.
Hier im Weinkeller hat es mir an diesen heißen Tag besonders gut gefallen. Sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit wurden kontrolliert.
Der sehr lange Tisch würde sicherlich in Europa für besondere Ereignisse als Festtafel benutzt werden. Falls ich Francine richtig verstanden habe, hat man das hier auch versucht aber wieder aufgegeben.
Ich möchte allerdings nicht auf den Stahlstühlen sitzen wollen, die an der Wand aufgehängt sind.
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