Wenn immer Sie Kanada besuchen, sollten
Sie es auf keinen Fall versäumen etwas über die Geschichte dieses
Landes zu lernen. Das muß nicht langweilig und trocken sein. Es kann
der ganzen Familie Spaß machen.
Im Süden von Ontario ist unter anderem
das "Old Fort Erie" einen Besuch wert. Dies trifft besonders zu, wenn sie
Anfang August hier sind und die liebevoll nachgestellte Belagerung des Forts miterleben können.
Leider ist das Fort nur von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. Im Eintrittspreis ist eine Führung in englischer Sprache eingeschlossen.
Bitte nehmen Sie daran teil. Sie lernen einiges und können sich danach noch immer in Ruhe alles nochmals ansehen und Bilder machen. |
Einen derartigen Aufmarsch
am Haupteingang erleben Sie leider nicht jeden Tag |
Der Innenhof des Forts | Was Sie hier vorfinden ist nicht das Original-Fort. Dieses wurde mehrfach zerstört. Das erste Fort wurde 1764 von den Engländern näher am Erie See gebaut. Winterstürme, die auch heute noch Schaden anstiften, haben es zerstört.
1803 entschied man, ein neues Fort, etwas weiter weg vom See zu errichten.
Das neue Fort war noch nicht fertiggestellt als die Vereinigten Staaten im Rahmen ihrer Unabhängigkeitsbestrebungen 1812 England den Krieg erklärten. Auch damals schon waren dafür wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. Natürlich waren sie nicht in der Lage England selbst anzugreifen. Sie konnten das aber im heutigen Kanada
tun. Sie hofften dabei auch Gebiete zu annektieren. |
Bereits im Jahre 1812 war die britisch/kanadische Besatzung des Forts in die ersten Kämpfe verwickelt.
Im Jahr 1813 mußten sich die Besatzung des Forts vor den angreifenden Amerikanern zurückziehen. Vorher zerstörten sie das Fort. Im gleichen Jahr zogen sich die Amerikaner zurück und das Fort wurde wieder von den Engländern besetzt, die sofort begannen
es wieder in Stand zu setzen. Sie hatten dazu aber nicht sehr viel Zeit;
denn bereits im nächsten Jahr verloren sie es wieder an die US-Truppen,
die es weiter ausbauten und erweiterten. Zeitweise waren dort etwa 4000 Mann stationiert. Natürlich war das Fort nicht dafür ausgelegt. Die Mannschaften mussten in Zelten um das Fort herum leben.
Gefechte in der näheren Umgebung wurden von den Amerikanern unter jeweils hohen Verlusten gewonnen.
Als sich viele der Besatzungstruppen aus dem Fort zurückzogen, glaubten die Engländer das Fort zurückerobern zu können.
Dieser Versuch wird sein einiger Zeit von vielen Freiwilligen jedes Jahr an einem Wochenende im August nachgestellt. Um näheres über dieses sehenswerte Ereignis zu erfahren sollten Sie die eingebauten Links benutzen.
Vom Innenhof aus können Sie die Hauptgebäude des Forts betreten.
In dem Gebäude vor dem gerade gedrillt wird, waren der Wachraum, der Schlafraum für die Soldaten und ein Aufenthaltsraum für die Offiziere, welche Ihre Unterkunft zum Teil
außerhalb des Forts hatten. Anschließend, am hinteren Ende befindet
sich das Pulvermagazin.
Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit war das Soldatenleben begehrt. Es gab einen festen Lohn, Essen, täg;iches Freibier oder eine Portion Rum. Einige Soldaten durften sogar ihre Frauen mitbringen. Allerdings wurde die glücklichen per Los ermittelt. Außerhalb des Forts durften Gärten angelegt werden um die Qualität des Essens zu verbessern. Fleisch wurde häufig per Schiff von England aus angeliefert und man kann sich leicht vorstellen, wie das hier ankam. Dies hat sicherlich zum Ruf der englischen Eßkultur mit beigetragen! |  Exerzieren im Innenhof |
 Der Mannschaftsschlafraum | Bis zu hundert Mann sollen hier geschlafen haben. Verheiratete Paare wurden durch aufgehängte Decken etwas abgeschirmt.
Das Gebäude durfte während der Nacht nicht verlassen werden und aufgestellte Kübel dienten als Toiletten. Die gibt es bis heute noch nicht im Fort selbst, nicht einmal mehr die Kübel. Offensichtlich hat man in den 30-iger Jahren als man das Fort in der heutigen Form wieder errichtete nicht daran gedacht oder man hat die Originalgetreuheit etwas übertrieben.
Die Fensteröffnungen sind nur eine kleine Schießscharten und man kann sich nur mit Schaudern vorstellen, wie es da nachts gerochen hat.
Sehen Sie sich auch die anderen Räume in diesen Gebäude an um zu sehen, wie die Offiziere lebten.
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Die zwei freundlichen Köchinnen waren
echt am kochen. In gußeisernen Töpfen bereiteten sie über offenem Feuer ein sehr gut riechendes Gericht zu. Leider war es ihnen nicht erlaubt Kostproben auszugeben oder gar etwas zu verkaufen. Offensichtlich müssen die Damen alles selbst essen.
Die Offiziere mußten für diese Dienstleistungen aus eigner Tasche bezahlen. Der Speiseplan war der jeweiligen Jahreszeit angepasst, klang aber sehr gut und bot eine schöne Vielfalt, verglichen mit dem was die bekannten "Fast Food" Restaurants heute anbieten.
Ich hätte mir gerne dort eine Mahlzeit gekauft - aber irgendwelche verrückten "Bylaws" lassen das offensichtlich nicht zu.
Natürlich hat das Fort auch ein Museum. Sie finden das im gleichen Haus. Kinder werden ihre Freude haben Spielzeuge aus der damaligen Zeit vorgeführt zu bekommen. Dies geschieht wie
man in "Denglisch" sagt "interactive".
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Die Offiziersküche
im zweiten Hauptgebäude |
Öffnungszeiten von Fort Erie: (ohne Gewähr)
15 April bis 30 April; Montag bis Freitag von 9:30 bis 16:00 nur für Gruppen
1. Mai bis 4. September; täglich von 10:00 bis 18:00 für alle Besucher
5. September bis 31. Oktober; täglich von 10:00 bis 16;00 für alle Besucher
1. November bis 15. November; Montag bis Freitag von 9:30 bis 16:00 nur für Gruppen
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