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Seit einigen Jahren war es mein Wunsch einmal eine Tour mit einem Motorschlitten zu machen. "Snowmobiling", wie das sicherlich jetzt in Deutschland genannt wird ist im friedlichen Kanada sehr populär. Bei unseren Reisen in Ontario hatten es unglückliche Umstände leider immer verhindert dieses Abenteuer zu erleben.
Anlässlich unseres Besuches Ende März 2003 im "Humber Valley Resort" in Neufundland wurde uns kostenlos eine Tour in die zum Teil noch tief verschneite Umgebung angeboten.
 Einer der Motorschlitten |
Ein Motorschlitten bietet normalerweise Platz für zwei Personen. Richtig Spaß macht es allerdings, wenn jeder seinen eigenen Schlitten fährt.
Die meisten Motorschlitten werden noch von Zweitaktmotoren angetrieben, da deren Gewicht bei gleicher Leistung geringer ist. Es wird aber erwartet, dass sich dies innerhalb der nächsten 10 Jahre ändern wird.
Die meisten Motorschlitten werden in Nordamerika gebaut - unseres war von Bombadier, einem bekannten kanadischen Hersteller. Es war ein leistungsschwächeres Modell mit "nur" etwa 60 PS.
Ich konnte bei meiner ersten Ausfahrt nicht prüfen, wie hoch die Spitzengeschwindigkeit ist. Sie liegt aber einiges über 100 km/h.
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Die Bedienung ist sehr einfach, allerdings sollte man besonders als Anfänger recht vorsichtig fahren und einen Führer dabei haben.
Unser Motorschlitten hatte sowohl einen Elektro- als auch einen Handstarter. Ein Gashebel am rechten Handgriff der Lenkstange (aus Sicherheitsgründen keinen Gasdrehgriff!) und einem Bremshebel am linken Handgriff. Beide Handgriffe können elektrisch beheizt werden.
Natürlich ist auch eine Federung vorhanden. Die braucht man, wenn man wie wir, auf unebenen und welligen Waldwegen fährt. Motorschlitten können auch rückwärts fahren. Das habe ich aber leider nicht ausprobiert.
Warme Kleidung und Schutzhelm wurden uns zur Verfügung gestellt. Ohne diese Ausrüstung kann es recht unangenehm werden.
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Unsere geführte Motorschlitten-Tour war Bestandteil unseres Besuches des "Humber Valley Resorts" in Neufundland. Man will den Interessenten einen kleinen Geschmack davon geben, was man hier alles in der Freizeit tun kann.
Nachdem dies unser erster Versuch mit dieser Art von Sport war, fuhr Elizabeth, meine Frau, auf dem Schlitten unseres Führers mit und ich folgte den beiden.
Oft liess ich mich zurückfallen um dann etwas "aufdrehen" zu können. Das Ding beschleunigte wirklich recht ordentlich und je schneller ich war um so weniger spürte ich die Bodenunebenheiten.
In den Kurven war ich allerdings vorsichtig, da ich mit dem Lenkverhalten noch nicht vertraut war und ich nicht im Graben enden wollte.
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 Unser freundlicher Führer hielt öfters an um uns etwas zu erklären oder zu zeigen |
 Trotz des trüben Wetters war die Aussicht schön |
Die Gegend durch die wir fuhren erinnerte mich oft an den Bayerischen Wald. Wir hielten öfters an um Bilder machen zu können oder Fragen stellen zu können.
Unser Führer war von Beruf Landvermesser und Motorschlitten waren eines seiner Hobbys. Er selbst hatte eines auf der Ladefläche seines Trucks, das etwa die doppelte Leistung von denen hatte, die wir benutzten.
Er erzählte uns auch von dem Fischreichtum im Humber River und den riesigen Lachsen, die man dort fangen kann.
Leider hatten wir während unserer Tour keinen Sonnenschein. Das Wetter änderte sich innerhalb von Stunden. Der Anzug hielt mich warm, nur Elizabeth bibberte vor Kälte. Das tut sie aber immer und überall und hat deshalb nicht viel zu bedeuten.
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Als Elizabeth von den heizbaren Griffen hörte mußte sie sich gleich die Hände daran wärmen. Nach etwa drei Worten guten Zuredens gab sie dann Gas und fuhr los. Sie endete nicht im Gebüsch, sie schaffte sogar eine 180 Grad Kehrtwendung und kam freudestrahlend zurück. Noch begeisterter wurde sie als unser Tourenleiter erzählte, dass es auch heizbare Stiefel gibt und dass teurere Motorschlitten noch weitere Komforteinrichtungen haben.
Wir setzten unsere mehrstündige Abenteuertour fort und gelangten dabei sogar auf den Gipfel einer der Berge. Unterwegs begegnete uns dann noch eine Gruppe anderer Motorschlittenfahrer.
Unser Tourenleiter sagte uns, dass allein im Humber Valley etwa 1200 km angelegte Strecken für Motorschlittenfahrer zur Verfügung stehen.
Bei der Rückkehr konnten wir die Zündschlüssel stecken lassen. Wir lernten, dass hier niemand stiehlt und auch Häuser werden nicht abgeschlossen. |  Erster Versuch |
Nach unserem ersten Aufenthalt in Neufundland beschlossen wir Elizabeths Eltern, die bereits über 80 Jahre alt sind, zu überreden mit uns nach Neufundland zu ziehen und uns zwei Motorschlitten zu kaufen.
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