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Reiseführer Neufundland

Eine Tour durch die Eisenerzmine der "Iron Ore Company" bei Labrador City, Neufundland-Labrador, Kanada

Teil 2

Das Erzgestein muss natürlich gelockert und transportfähig gemacht werden.
Das geschieht durch gezielte Sprengladungen. Dazu wird jeweils eine größere Anzahl von 15 m tiefen Bohrungen angebracht, die dann mit Sprengstoff gefüllt werden.
Das Bohrgerät wird elektrisch angetrieben.
Leider wurde während unseres Besuches nicht gesprengt. Ich hätte das gern beobachtet.
Ich glaube aber nicht, dass Führungen erlaubt sind, wenn das geschieht. Man ist sehr vorsichtig hier und geht keinerlei Risiko ein.
Bei einer Sprengung werden jeweils etwa 500 000 Tonnen Gestein gelöst, das dann relativ einfach auf die Trucks zum Weitertransport geladen werden kann.

Labrador City, Tour, Eisenerzmine
Bohrungen für Sprengladungen sind notwendig

Labrador City, Tour, Eisenerzmine
Beladen eines Trucks

Don sagte mir, dass die Miene in etwa 50 Jahren ausgebeutet sein wird. Natürlich hängt das auch von den jährlichen Fördermengen ab.
Entscheident für einen Fortbestand der Arbeit hier sind natürlich auch die Wirtschaftlichkeit und die weltweite Konkurrenz.
Man arbeitet hier rund um die Uhr und das an allen Tagen das ganze Jahr über.
Modernste Ausrüstung wird überall verwendet. Man benutzt sogar GPS (Global Positioning System) um die Bewegungen der Trucks und die Standorte der Bagger zu kontrollieren.
Natürlich braucht man auch entsprechendes Gerät um die Trucks schnell und sicher beladen zu können.
Ob Sie es glauben wollen oder nicht - auch die dafür verwendeten Bagger werden elektrisch angetrieben. Das ist auch der Grund dafür, warum man überall dicke Elektrokabel herum liegen sieht.
Elektrische Energie wird ja im nahen Churchill Falls in größer Menge durch Wasserkraft erzeugt und ist sicher recht preisgünstig und zusätzlich umweltfreundlich und sauber. Es gibt natürlich extreme Umweltfanatiker, die gegen jede Art der Energieerzeugung etwas haben. Leider wurden diese nicht in der Steinzeit geboren.

Täglich werden hier etwa 150 000 Tonnen erzhaltiges Gestein bewegt.
Dieses wird von den jeweiligen Sprengstellen mit den "Monster Trucks" zu Sammelstellen gebracht, welche dazu dienen ferngesteuert Züge zu beladen. Diese Züge bringen das Erzgestein zu der etwa 12 km entfernten Zerkleinerungsanlage. Dort wird es auf etwa 15 cm große Brocken reduziert.
Wir beobachteten einen Truck beim Abladen. Der Fahrer war sehr vorsichtig und Don sagte uns, dass es sich da sicherlich noch um einen neu eingestellten handeln muss. Erfahrene Fahrer zeigen mehr Routine. Wir lernten weiterhin, dass viele Fahrer Frauen sind, die aber die gleich gute Arbeit wie Männer verrichten.

Labrador City, Tour, Eisenerzmine
Das Erz wird abgeladen

Labrador City, Tour, Eisenerzmine
Einer der ferngesteuerten Züge

Es werden sieben dieser ferngesteuerten, elektrischen Züge eingesetzt. Jeder besteht aus 20 Wagen von denen jeder 100 Tonnen Erzgestein fasst.
Es wurden Doppelgleise angelegt um einen ungestörten Betrieb zu gewährleisten. Das Entladen eines ganzen Zuges beansprucht etwa 12 Minuten.
Auf unserem Rückweg fuhren wir parallel zu den Gleisen und hatten das Glück einen Zug neben uns zu haben. Er war recht schnell, wir waren aber etwas schneller und so konnte ich nebenstehendes Bild schießen.
Don war ein wirklich sehr guter Führer und man merkte immer wieder, wie stolz er auf die Firma "IOC" ist.

Nachdem das erzhaltige Gestein grob zerkleinert wurde, wird es über Förderbänder zu drei Mahlwerken transportiert, wo es mit Wasser versetzt und fein zermahlen wird. Stündlich können bis zu 2100 Tonnen verarbeitet werden.
Mit weiterem Zusatz von Wasser erfolgt dann nach dem Zentrifugenprinzip die Trennung des Erzes vom Gestein. In einem Filter wird das Wasser von dem fein gemahlenen Erz entfernt.
Das fein gemahlene Erz wird hier als "Concentrates" bezeichnet und verkauft. Es wird hier aber auch zu sogenannten "Pellets" (Kugeln) verarbeitet.
Der ganze Abfall wird ebenfalls nachbehandelt und dabei sogar noch weiteres Eisen gewonnen.
Natürlich hat man ein gutes Qualitätssicherungssystem eingeführt und man auch umweltbewusst geworden. Sie sehen in Labrador versteht man durchaus mit Hochtechnologie umzugehen.

Labrador City, Tour, Eisenerzmine
Hier erfolgt die Weiterverarbeitung


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