Sie finden das Dorf direkt in Midland im sogenannten "Little Park". Der Park selbst ist eine Attraktion für sich. Wir haben so etwas nicht in einer relativ kleinen Stadt erwartet. Wir gingen dort im sehr sauberen "Little Lake" schwimmen, bevor wir das Dorf besuchten.
Öffnungszeiten:
1. Januar bis 30. April, Mo. bis Sa. von 9:00 bis 17:00 Uhr
1. Mai bis 30 Juni, alle Tage von 9:00 bis 17:00 Uhr
1. Juli bis 31. August, alle Tage von 9:00 bis 18:00 Uhr
1. September bis 31. Dezember, alle Tage von 9:00 bis 17:00 Uhr
Lernen Sie wie die Huronen oder Quendat lebten. Besuchen Sie dieses Museumsdorf. Unsere Webseite soll auf keinen Fall einen aktuellen Besuch ersetzen. Wir wollen Sie nur neugierig machen und etwas vorbereiten. Es gibt dort noch so viel mehr zu entdecken und zu tun.
Dieses Huronendorf wurde von W. Wilfried Jury in enger Zusammenarbeit mit dem Archäologen William J. Wittemberg gegründet.
Wilfried Juri und seine Frau Elsie waren auch federführend bei der Rekonstruktion von "Sainte-Marie among the Hurons" und dem "Discovery Harbour" in Penetanguishene.
Das Huronendorf in Midland wurde 1956 fertiggestellt und zeigt wie die Huronen vor der Ankunft der Europäer lebten. Die Huronen selbst nannten sich Quendat (oft auch als Wendat geschrieben).
Sie lebten in befestigten Siedlungen und betrieben Ackerbau. Die Felder umgaben das jeweilige Dorf. Angepflanzt wurden im wesentlichen Mais, Bohnen, eine Kürbisart und Sonnenblumen. Bevor Sie das Dorf betreten laufen Sie an einem Maisfeld vorbei.
Die Indianer glauben an nur einen Gott, den Sie "Creator" also Schöpfer nennen. Dieser Gott war nie auf der Erde und er wird auch nie die Erde besuchen.
Masken, wie sie hier gezeigt werden, stellen nach dem Glauben der Ureinwohner eine Verbindung zwischen den Menschen, der Natur und dem Jenseits dar. Es gibt eine große Anzahl von Masken. Sie werden bei verschiedenen Zeremonien benutzt und sollen unter anderen gegen Sturm und gewisse Krankheiten schützen. Derartige Masken müssen "gesegnet" sein. "Gesegnete" Masken dürfen nicht verkauft werden. Man kann sie angeblich auch nicht fotografieren. Es wird behauptet, dass sie auf dem Bild nicht zu sehen sind. Ich werde das nachprüfen; denn natürlich glaube ich das nicht.
Die Huronen glaubten auch nur an einen Gott. Die Masken wurden für bestimmte Zeremonien verwendet.
Das Dorf wurde durch Palisaden geschützt. Diese dienten nicht nur als Schutz gegen Eindringlinge und wilde Tiere, sondern auch gegen starken Wind und die gefürchteten Schneestürme.
Der Eingang zum Dorf war recht eng und verwinkelt. Auch das war eine Schutzmaßnahme.
In einem "Long House" (Langhaus) lebte normalerweise ein ganzer Familienklan. Es wurde dort gekocht, geschlafen und er diente auch zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln, Fellen und dergleichen. Treffen und Zeremonien wurden ebenfalls dort abgehalten.
Eines der Hauptnahrungsmittel war Mais. Nach dem Trocknen wurde er gemahlen und danach hier im Longhouse gelagert.
Besuchen Sie den Platz im Dorf, wo der Mais gemahlen wurde. Natürlich geschah dies mit den primitivsten Mitteln. Entweder mit einem Mörser aus Holz oder mit Steinen.
Ein indianischer Bekannter bestätigte mir, dass es bei den nordamerikanischen Indianern auch keinerlei Schrift gab. Alles wurde mündlich überliefert. Es hat sicherlich vieler archäologischer Feinarbeit bedurft um dieses Indianerdorf aus der Frühzeit nachzubauen.
Ein "Long House"
Eine Feuerstelle
Unten sehen Sie das typische Innere eines Longhauses ("Long House"). Es roch nach getrockneten Tabak der von der Decke hing.
Die Tabakpflanze wurde als heilig angesehen. Auch heute noch wird Tabak bei vielen Zeremonien verwendet. Wenn immer wir eine "Drum Night", also eine Nacht der Trommeln, besuchten erlebten wir das. An diesen regelmäßigen Veranstaltungen, die der Entspannung dienen, sind auch Gäste willkommen, wenn man vorher fragt. Falls Sie interessiert sind müssen Sie sich in einem Touristenbüro informieren lassen. Glauben Sie uns - es ist ein echtes Erlebnis. Besuchen Sie unsere Webseite.
Wir wurden von Bekannten auch eingeladen mit ihnen eine "Sweat Lodge" zu besuchen. Es ist eine Art von Sauna in welcher Wasser über erhitzte Steine gegossen wird. Bislang sind wir dieser Einladung noch nicht gefolgt.
In einem "Long House"
Ist das eine "Sweat Lodge"? - bitte fragen Sie
Oben wird eine Hütte gezeigt, die in Verbindung mit Gebeten und Zeremonien zur Reinigung von Seele und Körper benutzt wurde.
Die Felle erlegter Tiere wurden nicht im Longhouse getrocknet. Hierfür wurden diese im Freien, wie gezeigt, über Rahmen gespannt.
Fleisch dagegen wurde über offenem Feuer geräuchert und damit haltbar gemacht.
Das gleich geschah mit den gefangenen Fischen, die einen wesentlichen Anteil an der täglichen Ernährung hatten.
Besorgen Sie sich ein indianisches Kochbuch, wenn Sie einmal etwas anderes essen wollen. Wir sind in einer Reservation in ein Restaurant gegangen und waren entäuscht - kanadische und asiatische Gerichte und die nicht einmal besonders gut. Vielleicht hatten wir aber auch nur Pech und waren zu hungrig um uns die Zeit zu nehmen uns vorher zu informieren.
Normalerweise werden hier keine Führungen angeboten. Sie erhalten aber ein gedrucktes Faltblatt mit Lageplan, das Ihnen alles kurz erklärt. Dieses ist sogar in deutscher Sprache verfügbar.
Ein Indianerspiel - "Ente auf einem Stein"
Natürlich gab es auch Spiele bei den Indianern. Hier erklärt die Leiterin einer Reisegruppe gerade das Spiel "Ente auf einem Stein". Man kann es als eine Variante des Kegelns ansehen. Die Gruppe hatte recht viel Spaß beim Ausprobieren.
Sehen sich auch die Wigwams an. In diesen Dorf waren sie für Besucher gedacht.
Der Medizinmann lebte in einer eigenen Hütte. Medizinmänner heilten nicht nur, sie konnten auch das Wetter vorhersagen oder wie sie behaupteten sogar beeinflussen, einige gaben auch vor die Zukunft vorhersagen zu können oder beim Wiederauffinden verlorener Gegenstände helfen zu können. Also alles Dinge, die auch in unserem modernen Leben noch angeboten werden. Wie oft habe ich Elizabeth geholfen ihre Schlüssel zu finden?
Auf mich machte das Huronendorf einen recht gemütlichen Eindruck. Ich würde voraussichtlich ein Leben hier, einem Leben als einfacher Matrose im "Discovery Harbour" vorziehen. Sehen Sie sich beides an und urteilen Sie selbst.
Langsam wurde ich vom vielen Herumlaufen müde. Anderen Besuchern ging es genau so. Wir ruhten uns auf den gezeigten Baumstümpfen aus um neue Kräfte zu sammeln. Die Baumstümpfe waren um einen Feuerplatz angeordnet. Die Huronen verwendeten Feuer nicht nur zum Kochen, sondern auch zum Roden und um Holzpfähle gegen Verrotten zu schützen. Metallwerkzeuge waren ja unbekannt und einen starken Baum mit einer Steinaxt zu fällen, war sicherlich kein einfaches Unterfangen.
Alles Geschirr wurde aus einem Ton-Quarzgemisch hergestellt für das ein spezieller Brennprozess entwickelt wurde.
Bei den Indianern wurde nach meinem Eindruck sehr behutsam und respektvoll mit den von der Natur zur Verfügung gestellten Schätzen umgegangen.
Wie ich hier lernte, glaubte man, dass alle natürlichen Dinge einen Geist haben. Man hob sogar die Gebeine toter Tiere in einer speziellen Grube auf, sofern die Knochen nicht zur Herstellung von Werkzeugen oder Verzierungen benutzt wurden.
Man ist heute noch böse auf die Jäger, welche sich ein Vergnügen daraus machten, ganze Büffelherden abzuknallen. Reden Sie doch einmal mit einem gebildeten Ureinwohner darüber.
Diese Palisaden haben sicherlich mehr gegen Wind, Schneesturm und wilde Tiere als gegen feinde geschützt
Sie werden bei Ihren Gesprächen auch lernen, dass vieles, was man normalerweise über die Indianer denkt, meistens falsche Informationen sind. Das gleiche habe ich bei der Beurteilung der Neufundländer gelernt.
Ein Beispiel ist das Skalpieren. Dieses war bei den Ureinwohnern nicht üblich. Es wurde eingeführt, als Indianer im Krieg der Franzosen gegen die Engländer auf beiden Seiten kämpften und als Nachweis zum Erhalt einer Kopfprämie für getötete Feinde einen Nachweis bringen mussten.
Indianer sind auch nicht dümmer als ihre weißen Mitbürger. Es hängt immer von der einzelnen Person ab. Natürlich haben sie auch die gleichen Probleme mit Alkohol- und Drogenmissbrauch. Wir alle sitzen in dem gleichen Boot.
Dem Huronendorf angegliedert ist ein Museum. Dort werden auch sehr viele recht interessante Dinge gezeigt, die nichts mit den Huronen zu tun haben. Reservieren Sie auf jeden Fall mindestens eine Stunde für den Besuch des Museums allein.
Als wir dort waren wurde eine Ausstellung über die Entwicklung des "Avro Arrow" geplant. Dieses moderne Kampfflugzeug, das in den fünfziger Jahren in Kanada entwickelt worden ist, war zu seiner Zeit der Konkurrenz überlegen. Es wird behauptet, dass die Entwicklung auf Druck der USA eingestellt worden ist. Andere sagen, die Entwicklungskosten überschritten die finanziellen Möglichkeiten. Ich glaube, dass beides zutrifft.
Sehen Sie sich unser Video an: Impressionen vom nördlichen Ontario. Impressions of the near northern part of Ontario.