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Reiseführer Neufundland

Unser Besuch Flughafengeländes in Goose Bay, Neufundland-Labrador, Kanada

Teil 1

Das erste, was uns von jungen Leuten im Tourismusbüro von Goose Bay empfohlen wurde, war ein Besuch des deutschen Klubs in der "Air base".
Es war deren erster Arbeitstag dort und sie hatten noch keinerlei Training. Der Tip war aber ausgezeichnet, wie sich später herausstellte.
Nachdem wir am zweiten Tag in "T.M.T.'s Bed & Breakfast" umgezogen waren, lernten wir, dass der Inhaber Gord Coles uns viele weitere gute Informationen geben konnte. Auch er und seine Frau Hannah sagten, dass wir unbedingt den deutschen Klub besuchen sollten. Desweiteren empfahl er das "Labrador Military Museum" zu besuchen. Dieses ist offensichtlich nicht täglich geöffnet; denn er sagte, sobald wie das tun wollten, würde er einen Freund anrufen; der uns eine persönliche Tour geben würde.
Wir wollten natürlich in Goose Bay auch andere Dinge sehen und tun. Auch hier halfen uns unsere Gastgeber mit gutem Rat.
Mir wurde gesagt, dass die Deutschen hier recht beliebt sind. Es soll aber Probleme gegeben haben als Einheimischer eifersüchtig wurden, weil einige Mädchen sich in Deutsche verliebt hatten.

Goose Bay, Labrador, air base
Ein Tornado beim Start

Uns war natürlich bekannt, dass die deutsche Luftwaffe hier mit Tornados übt. Der Schwerpunkt dabei scheint auf Tiefflügen zu liegen.
Wir fuhren also ohne Behinderung durch das riesige Areal. Wie bereits in unserem Reisefüher erwähnt ist die Entstehung von Goose Bay-Happy Valley auf die Entscheidung der allierten Streitkräfte während des zweiten Weltkrieges zurück zu führen, hier einen Platz zum Auftanken ihrer Flugzeuge vor der Atlantiküberquerung zu bauen. Die Arbeiten daran begannen 1941 und die Landebahn hat eine Länge von 3367m was ausreicht um sogar dem "Space Shuttle" eine Notlandung zu erlauben.
Natürlich wird der Flugplatz nicht nur militärisch genutzt. Er hat sich auch zivil zu einem Umschlagplatz für ganz Labrador entwickelt.
Wir waren aber diesmal mehr an den militärischen Aktivitäten interessiert.

Leider soll das Training der deutschen Luftwaffe hier beendet werden. Das trifft Goose Bay - Happy Valley sicherlich sehr hart. Die Kanadier haben aber ihre Truppen auch aus Deutschland abgezogen und die Amerikaner werden das auch tun.
Ich stellte immer wieder fest, dass man in Kanada kein so verklemmtes Verhältnis zum Militär hat wie zum Teil noch in Deutschland. Das sieht man auch im Militärmuseum.
Nebenstehend ein Austtellungsstück.

Goose Bay, Labrador, air base

Goose Bay, Labrador, air base, Vulcan Bomber
Ein alter Vulcan-Bomber

Goose Bay, Labrador, air base
Museum Eingang

Wir verteilten unsere Besuche auf mehrer Tage. Das Museum besuchten wir an einem Morgen. Gord rief seinen Freund Max Peddle an und der wartete bereits als wir am Museum ankamen.
Das Museum ist von außen kaum als solches zu erkennen. Es wird kein Eintritt verlangt - man erwartet aber eine Spende. Sicherlich fällt diese in den meisten Fällen höher aus als was man sonst bezahlen würde.
Wir waren die einzigen Besucher und Max war offensichtlich sehr froh über unser Erscheinen und unser Interesse. Natürlich merkte er sofort, dass ich Deutscher war. Das tat aber seiner Begeisterung keinerlei Abbruch - im Gegenteil ich hörte nur Gutes oder Respekt über Dinge, die während des zweiten Weltkrieges geschahen.
Wir hoffen, dass Sie ebenfalls Max als Führer durch das Museum bekommen, wenn Sie es besuchen. Er kennt offensichtlich jedes Ausstellungsstück und hat sehr viele Geschichten parat, so dass die Führung auch für einen Leien recht interessant ist. Man muss allerding Englisch verstehen. Nach der Führung versorgte er uns dann noch mit einer Menge von gedruckten Informationen in denen wir einiges von dem was er uns erzählte nachlesen konnten.

Max liebt seine Heimat und das was er tut. Nebenbei hilft er noch den Ureinwohnern. Er schickt regelmäßig kostenlos Kleidung in entlegene Orte. All das muß meistens per Flugzeug transportiert werden. Es gibt keine Straßen und Eis verhindert über eine recht lange Zeit die Schiffahrt.
Ich hatte den Eindruck, dass viele der Ausstellungsstücke gestiftet wurden und dass sich Max über jedes freute. Manchmals lagen Dinge nur herum. Er kannte aber jedes Detail und wusste wo es herstammte.
Besonders beindruckend waren seine Geschichten, die mit mit dem harschen Wetter Labradors zusammenhingen. Nicht nur hier wurde uns vor Augen geführt, dass trotz modernster Technik die Natur noch voller Gefahren ist.
Er war auch sehr vertraut mit technischen Dingen. Scheuen Sie sich also nicht ihm gezielt Fragen zu stellen.

Goose Bay, Labrador, air base
Max erklärt Elizabeth etwas


Goose Bay, Labrador, air base
In Gedenken an einen sehr tragischen Unfall

Dieser Schaukasten ist dem traurigen Schicksal einer US B-26 Bomberbesatzung gewidmet.
Das ganze Ereignis kann in einer Kopie des Original-Tagebuchd nachgelesen werden. Es hat den Titel: "Diary of one now dead".
Das Flugzeug startete Anfang Dezember 1942 von Grönland aus zu einem Flug nach Goose Bay und verlor die Richtung aufgrund der Wetterbedingungen. Treibstoffmangel machte eine Notlandung in Labrador notwendig.
Das von dem Piloten geschriebene Tagebuch schildert den vergeblichen Kampf ums Überleben.
Das tragische an der Geschichte ist vor allem, dass das Flugzeug in unmittelbarer Nähe einer Eskimosiedlung landete. Niemand fand das heraus. Allerdings machten sich drei Mitglieder der Besatzung mit einem Boot, das zu der Notausrüstung des Flugzeugs gehörte, auf den Weg nach Süden. Sie wurden nie wieder gesehen.
Das Flugzeugwrack und die sterblichen Überreste der übrigen Besatzung wurden im März 1943 gefunden.
Natürlich war dies nicht der einzige Unfall. Kommen Sie nach Goose Bay - Happy Valley und besuchen Sie das Museum. Sie erfahren dort mehr.
Offensichtlich haben auch deutsche U-Bootfahrer amerikanische Flugzeuge mit falschen Richtungsangaben in die Irre geleitet.

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