 Hier haben wir unsere Tour gebucht und Geschenke gekauft
Pünktlich um 13 Uhr wurden alle Passagiere an Bord gebeten. Wir waren überrascht - das Boot war voll!
Wir nahmen am Heck Platz, da Elizabeth windgeschützt sitzen wollte. Ich wäre gerne auf das "Oberdeck" gestiegen um bessere Bilder machen zu können. Jemand war aber schneller als ich. Außerdem hatte ich noch immer große Probleme mit meinem Knie - eine alte Unfallverletzung und der starke Wind schlug die Autotür mehrfach darauf.
So blieb ich also bei Elizabeth.
Nach kurzer Zeit wurden wir von dem "Eisbergmann" und seiner Tochter freundlich begrüßt. Er erklärte in wenigen Worten den Verlauf der Tour.
Jedermann war auf das kommende Abenteuer gespannt. Die See war recht ruhig und jedermann fühlte sich wohl. Zumindest sah da für mich so aus.
Elizabeth hatte bereits Bekanntschaft mit anderen Passagieren gemacht und unterhielt sich angeregt.
 Ein Blick zurück auf den Hafen von Twillingate
Ich war stolz auf Elizabeth, die nicht jammerte. Sie hatte aber wie üblich mehrer Lagen Kleidung unter ihrem Anorak verborgen. Solange es ihr nicht kalt ist macht es ihr nichts aus "fett"auzusehen oder von mir als blaue Wurst bezeichnet zu werden.
Langsam wurde die See etwas unruhiger. Außerdem trieb der Wind gelegentlich die Abgase des Diesels zurück auf unser Boot. Das war nicht gerade angenehm.
Deshalb hangelte ich mich an die Bugseite vor, von wo aus ich einen viel besseren Ausblick hatte.
Elizabeth folgte mir nicht. Sie unterhielt sich noch immer angeregt und genoss offensichtlich die nun etwas weniger ruhige Fahrt.
Die meisten unserer Reisebegleiter waren alle ältere Semester.
Die Hochsaison hatte noch nicht begonnen. Sie beginnt im Juli und ist offensichtlich sehr kurz.
Wir lieben es zu reisen, wenn nicht alles überlaufen ist!
 Faszinierende Landschaft |
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Es gibt mehrere Anbieter für derartige Touren. Natürlich fragten wir, wer die beste anbietet. und wie erwartet hörten wir, dass alle gut sind. Auch die Preise sind gleich. Wir bezahlten $30.00 pro Person.
Wir wählten den "Iceberg Man", weil sein Unternehmen so zentral lag und man sich dort sehr gut ein Grundwissen über Eisberge aneignen konnte.
Elizabeth kaufte auch einige Geschenke dort. Darunter eine recht dekorative Landkarte über Neufundland.
Die Mehrzahl der im Laden angebotenen Artikel kommt offensichtlich aus Neufundland. Viele Frauen stricken um etwas Geld dazu zu verdienen.
Nachdem wir erfuhren, dass es auf dem Boot keine Toiletten gibt, benutzten wir diese vorsorglich um während der Bootsfahrt keine Probleme zu haben. Wie fast überall in Neufundland war alles recht sauber.
 Das Boot
Ich dagegen begann Bilder zu machen. Es war ja schließlich unsere erste "Jagd" auf Eisberge im Atlantischen Ozean.
Natürlich machte auch ich Kontakt mit unseren Mitreisenden. Gemeinsam hielten wir Ausschau nach Buckelwalen, Delfinen, Vögeln - kurz nach allem was schwimmt oder fliegt. Leider blieben wir erfolglos, was die Wale und Delfine betrifft. Wir waren aber auch auf einer Eisbergtour und niemand versprach uns eine derartige Begegnung. Es wäre aber sehr schön gewesen.
Je weiter wir uns von der Küste entfernten um so kühler wurde es. Mir macht Kälte normalerweise fast nichts aus. Andere Passagiere zogen sich aber mitgebrachte Windjacken an oder flüchteten in die Kabine des Bootes um sich dort mit dem Kapitän zu unterhalten.
 Jedermann fühlte sich wohl
Freundlicherweise steuerte unser Kapitän das Boot auf einige Inseln zu und wir konnten die beeindruckende Szenerie bewundern.
Das Wasser war glasklar und sah verlockend aus. Leider betrug die Temperatur aber nur 8º C. Ohne Rettungsanzug überlebt man da nur wenige Minuten. Also gab ich den Gedanken an ein späteres Schwimmen im Atlantik sehr schnell auf.
Ich war mir vor unserem Besuch von Neufundland nie gewusst, wie schön eine unberührte oder nur dünn besiedelte Felsenküste sein kann. Meine Begeisterung begann in Quebec, als wir entlang der Gaspe Halbinsel fuhren und sie dauert noch immer an.
Die Atlantik-Provinzen Kanadas sind meine Empfehlung für jedermann, der viel Ruhe und wenig Trubel sucht. Man genießt das "einfache" Leben, kann salopp herumlaufen oder -fahren. Man wird nicht ausgenommen und sammelt zahlreiche kleine aber unvergessliche Erlebnisse.
Wir bekamen umsonst unsere Wäsche gewaschen und als wir in einer Pension etwas vergaßen wurden alle umliegenden Kollegen angerufen uns darüber zu informieren. Wo erlebt man noch so etwas? Meine letzten ähnlichen Erfahrungen machte ich vor über 20 Jahren in Japan. Leider können wir uns dort keinen Urlaub leisten. Nach Neufundland werden wir aber zurückkehren. |