 Altes Handwerk wird hier noch gepflegt | Überall war man aktiv. Es wurde nicht nur gesungen, sondern auch gekocht, Waffen geputzt, geratscht und altes Handwerk gepflegt. Einige der Teilnehmerinnen mässen um, die 80 Jahre alt gewesen sein. Das ist schon bewundernswert: denn nachts war es noch recht frisch und in dem Alter ist Camping sicherlich nicht mehr unbedingt ein Vergnügen.
Wenn Sie ein derartiges Fest besuchen, schauen Sie also hinter die Kulissen. Das ist meistens genauso interessant, wie das Ereignis selbst. Vielleicht bekommen Sie Lust darauf in Europa ebenfalls auf diese Art aktiv zu werden. Hier tun die Deutschen auf dem Gebiet leider viel zu wenig. Dabei haben viele Nordamerikaner ihre Wurzeln in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Man muss ja nicht unbedingt den zweiten Weltkrieg als Thema wählen.
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Vor dem alten Fort wurden alte Tänze geübt. Offensichtlich war dies der Anfang des ersten Tanzkurses; denn zum Entsetzen des Tanzlehrers ging noch beinahe alles schief.
Als ich eine halbe Stunde später wieder vorbeischaute klappte alles schon viel besser. Zum Glück war ich kein Teilnehmer. Das ganze hätte abgebrochen werden müssen.
Natürlich bekommt man Hunger und Durst, wenn man stundenlang herumläuft. Einige der Teilnehmer haben Verkaufsstände aufgebaut. Leider darf das selbst gekochte Essen aufgrund von "Bylaws" nicht verkauft oder angeboten werden. Man ist also auf das offizielle Restaurant angewiesen, wo es die typischen kanadischen "Schmankerln" gibt. Fragen Sie nicht nach einem Bier oder gar nach etwas stärkeren. Der Ausschank ist verboten. Ich wünsche mir die Schotten hätten 1746 gewonnen!
|  Hier wurden Tänze geübt |
 Kleine Musikanten |
Kinder wären nicht Kinder, wenn sie durch all die Waffen, die Musik und die Übungen für die bevorstehenden offiziellen Kämpfe nicht auch zu kriegerischen Spielen mit Holzschwertern animiert würden. überall fanden Zweikämpfe statt.
Erstaunlich war aber auch, dass nicht alle daran teilnahmen. Diese kleine Gruppe sah ich an mehreren Plätzen. Die Kinder zogen herum und jeder der wenigen Besucher war beeindruckt.
Man sieht, was man erreichen kann, wenn man sich um die eigenen Kinder kümmert und nicht nur dem Geld hinterher jagd.
Die Zeit verging recht schnell und ich begab mich in das Fort um von dort aus den bevorstehenden Kampf zwischen den rebellierenden Schotten und den Engländern zu beobachten. |
Ich suchte mir in dem Fort einen guten Platz aus von dem aus ich alles gut beobachten konnte. Leider wurde ich dann davon aus Sicherheitsgründen vertrieben. Mein Einwand, dass ich echte Bombenangriffe überlebt habe nutzte nichts.
Ich konnte aber trotzdem einige halbwegs brauchbare Aufnahmen mit dem eingebauten Teleobjektiv meiner Kamera machen.
Es wurde immer aufrecht stehend gekämpft. Hinlegen und Deckung suchen war offensichtlich verboten. Es hätte nicht genügend Tote gegeben oder die Schlachten hätten viel länger gedauert, da die überwiegend verwendeten Musketen eine große Zielungenauigkeit hatten. Allerdings verursachten sie schreckliche Wunden. Die Bleikugel wurde beim Aufschlag platt gedrückt und rissen dadurch große Löcher im getroffenen Körper. |
 Nicht jeder der einen Rock anhat ist ein Mann! |
 Englische Musketiere |
Natürlich wurden bei den echten Kämpfen auch Kanonen und Mörser eingesetzt. Die Kanonenkugeln waren einfache Eisenbälle ohne jegliche Füllung mit Sprengstoffen. Wenn ein entsprechendes Ziel getroffen wurde wurden Umstehende durch die enstehenden Splitter getötet oder verwundet. Die in Filmen gezeigten Explosionen sind eine Erfindung der Filmindustrie.
Die in Mörsern verwendeten Kugeln dagegen waren innen hohl, mit Sprengstoff und den notwendigen Spezialitäten gefällt, die notwendig sind um Gegner außer Gefecht zu setzen und hatten einen Zünder. Diese Technik wurde nach meinen Informationen von einem gewissen Henry Schrapnell später verfeinert. |
 Ein kleiner Besucher aus Deutschland | Ich war sehr verwundert als ich plötzlich jemanden neben mir in Deutsch reden hörte. Es war ein kleiner. fünf Jahre alter Junge, der mit seinen Eltern hier war. Er konnte sich auch in englisch mit mir unterhalten.
Die Dame aus China bestätigte ebenso, dass derartige Veranstaltungen durchaus attraktiv sind. Leider kamen alle nur durch Zufall hierher. Wenn man Touristen ins Land bringen will sollte man zumindest die Zielgruppe kennen. Leider ist das aber in Deutschland zum teil noch schlechter, wie ich am Beispiel Thüringen erfahre. Ich arbeite gerade an einem englischen Reiseführer für dieses Bundesland und vieles ist haarsträubend. |  Eine Besucherin aus China |
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