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Ontario Tourismus

Edinburgh 1745 - der Kampf der Jakobiten gegen England, Ereignis in Fort Erie
Teil 1

Fort Erie, Kanada, Tourismus, Ereignis, Edinburgh 1745, Jakobiten

Mit großer Begeisterung bringt man in Nordamerika geschichtliche Ereignisse wieder zum Leben. Dies wird weniger aus kommerziellen Gründen getan als aus dem Wunsch heraus Spaß daran zu haben, dem Alltagstrott zu entfliehen und um sich mit gleichgesinnten Freunden in eine andere Welt zu begeben.
Es ist sicherlich kein billiges Hobby. Alle Kostüme, Waffen, das Schießpulver, die zeitgemäßen Kochutensilien, Zelte - kurz alles was dazugehört muss aus eigener Tasche bezahlt werden.
Leider werden, zumindest in Fort Erie, derartige Ereignisse so schlecht oder gar nicht angekündigt, so dass man auf zufällige Besucher angewiesen ist. Zum Glück tut dies der Freude der aktiven Teilnehmer keinen Abbruch. Das Wetter scheint da eine bedeutendere Rolle zu spielen.
Am 21. und 22. Mai 2005 nahm man den Kampf der Jakobiten, welche das schottische Geschlecht der Stuart gegen England unterstützte, zum Anlass zu einem Spektakel das man "Edinburgh 1745" nannte.

Gemälde der Schlacht bei Culloden
Ein Gemälde, welches die letzte Schlacht der Jakobiten gegen die Engländer im Jahr 1746 darstellt

Ich will hier nicht auf all die historischen Einzelheiten eingehen, die zu all den blutigen Ereignissen führten. Darüber wurden Bücher geschrieben.
Nur so viel zum besseren Verständnis: die Jakobiten dürfen nicht mit den französischen Jakobinern verwechselt werden. Sie waren Anhänger des Geschlechts der Stuarts, die in Frankreich im Exil lebten. Der Name kam von König Jakob II. Die Stuarts waren dem katholischen Glauben zugetan, was den englischen Anglikanern nicht gefiel. Umgekehrt war das genau so - die Katholiken waren mit der protestantischen Vorherrschaft nicht einverstanden. Anhänger beider Richtungen gab es sowohl in Schottland als auch in England.
Im Jahr 1745 probten die Jakobiten einen zweiten Aufstand. Charles Edward Stuart, besser bekannt als "Bonnie Prince Charlie", landete in Schottland. Mit einer schnell gesammelten Truppe nahm er Edinburgh ein und gewann einige Schlachten.

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Im Gegensatz zu damals geht es hier im Zeltlager sehr friedlich zu

Sein Ziel England zu besiegen erreichte er nicht. Ein Jahr später wurde das schottische Heer beim Culloden Moor vernichtend geschlagen, wobei die Engländer sehr grausam vorgingen und keine Gnade kannten.

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Niemand hatte etwas dagegen fotografiert zu werden
In Fort Erie dagegen ging im gemeinsamen Zeltlager sehr friedlich und beschaulich zu. Jedermann war freundlich und ich bekam nie den Eindruck, dass meine Fragen störten oder dass irgendeine Rivalität zwischen den "Schotten" und den "Engländern" bestand.
Ich fühlte mich aber wirklich in eine andere Zeit versetzt. Keine Radios oder Fernseher, kein Unrat, die Kinder benahmen sich vorbildlich und hatten offensichtlich großen Spass daran aktiv sein zu dürfen.
Alle Teilnehmer übernachteten hier und manche hatten nur sehr kleine Zelte zum schlafen in denen sie auch noch die sicherlich nicht billige Ausrüstung unterbringen mussten. Sehr viele davon kamen aus den USA.
Ich verbrachte Stunden hier und fand immer wieder etwas neues zu sehen und zu fotografieren. Wenn Sie Kanada besuchen versuchen Sie immer sich über aktuelle Ereignisse zu informieren.
Es gibt fast immer etwas zu entdecken und zu erleben. Das macht einen Urlaub erst richtig schön und man hat gute Erinnerungen daran.
Ich habe mich mit anderen Besuchern aus Europa darüber unterhalten und bekomme das immer wieder bestätigt. Ich habe Reiseberichte anderer Leute über Kanada gelesen, die zum Teil aufgrund fehlender Informationen vieles missten und enttäuscht waren. Nur große Strecken zu fahren oder im Norden Bäume zu zählen ist nicht unbedingt das Ziel einer Kanadareise.

Die beiden Damen saßen ganz allein da und musizierten und sangen vor sich hin. Ich beobachtete sie eine ganze Weile und hörte mir ihre Darbietungen alter Lieder an. Hinterher bedankte ich mich und sie schienen darüber sehr glücklich gewesen zu sein. Ich war es auch, das erlebt zu haben!
Leider warte ich noch immer auf eine Erklärung der unverantwortlichen Tourismsuexperten von Fort Erie, warum derartige Ereignisse nicht bekannt gemacht werden. Offensichtlich wussten nicht einmal die Einwohner von Fort Erie, dass dieses schöne Ereignis statt fand! Nicht jeder fühlt sich nur durch primitive Glücksspiele und Stripteaselokale angezogen. Man sollte auch andere Dinge bekanntmachen.
Übrigends, der Besuch des Zeltlagers und das Zuschauen der Kämpfe kostet nichts. Nur, wenn man das Fort betreten will muss man zahlen. Der Besuch des Forts sollte aber immer nie versäumt werden.
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