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 So fuhren wir nach Labrador
Wir hatten kurzfristig unseren Reiseplan geändert indem wir uns entschieden erst nach Labrador zu fahren und dann von dort aus mit der Fähre nach Neufundland überzusetzen.
Der Grund dafür war, dass wir Neufundland bereits zweimal besucht hatten und einen Zeitpuffer für das uns noch völlig unbekannte Labrador einbauen wollten.
Wie sich herausstellte war diese Änderung sinnvoll.
Wir fuhren von Welland über Montreal, die Stadt Quebec nach Baie-Comeau.
 Hier begannen wir unsere Reise auf dem Highway 389 in Richtung Labrador
Wir hatten uns ein sehr sauberes Motel zum Übernachten ausgesucht, erfreuten uns an einem sehr guten Frühstück, benutzten unsere deutsche Bankkarte um Bargeld zu bekommen, tankten das Auto voll und machten uns frühzeitig auf den Weg.
Wir hatten etwa 600 km bis nach Labrador West, den Verbund von Labrador City mit Wabush, vor uns.
 Auf dem Highway 389 in Richtung Labrador
Auf der Fahrt kamen wir an beeindruckenden Wasserkraftwerken vorbei. Die Gegend war sehr menschenleer und nur wenige Autos begegneten uns. Die Straßen waren kurvenreich und relativ eng. Trotzdem kamen wir gut voran.
An jeder Tankstelle, die wir fanden füllten wir unseren Tank auf. Tun Sie das auch und lassen Sie sich vor dem Start eine aktuelle Straßenbeschreibung geben!
 Eines der Wasserkraftwerke
Dann ging die geteerte Straße in eine Schotterstraße über. Wir waren sehr froh, dass unser Toyota einen ständigen Allradantrieb hatte; denn bei einer meiner früheren Reisen mit einem Truck, blieb ich mit durchdrehenden Hinterrädern auf einer ähnlichen Strecke, jämmerlich am Berg hängen. Nur nach mehreren Versuchen mit Anlauf schaffte ich es dann endlich den Hügel zu erklimmen.
 Ein Stachelschwein, vielen Dank für das Bild an "bcadventure.com" | Am Straßenrand entdeckten wir laufend "Porcupines" (Stachelschweine). Erst versuchten wir diese vom Auto aus zu fotografieren. Obwohl diese Tiere nicht sehr schnell sind, gelang es ihnen doch immer sich im Gebüsch zu verstecken, bevor wie die Kamera in der richtigen Position hatten.
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Ich wollte aussteigen, aber Elizabeth meine Frau warnte mich das zu tun. Sie sagte diese Tier können ihre Stachel abschießen und schmerzhafte Wunden verursachen. Wie ich später lernte stimmt das nicht. Es ist aber eine Tatsache, dass Angreifer wie Wölfe, die mit den leicht abbrechenden Stacheln im Gesicht verletzt werden danach oft sterben. Die "Porcupines" lieben Salz. Offensichtlich wurde im Winter auf diesen Streckenabschnitt gelegentlich Salz gestreut. Später sahen wir keines dieser Tiere mehr.
 Schotterstraße
Wir konnten ohne eine wesentliche Reduzierung unserer Reisegeschwindigkeit fahren. Die großen Trucks, die uns gelegentlich entgegen kamen, fuhren auch genauso schnell, wie auf einer normalen Straße. "Was die können, kann ich auch", dachte ich.
Wir stellten auch sehr schnell fest, dass es weder auf UKW noch Mittelwelle einen Radioempfang gab. Auch das "Handy" arbeitete nicht. Wir waren in der Wildnis und genossen es!
 Nicht übersehbar - ein entgegenkommender Truck
Gerne fuhr ich allerdings langsam, wenn sich uns ein rasender Truck näherte. Man konnte durch den aufgewirbelten Staub für einen kurzen Augenblick absolut nichts sehen.
Einmal mussten wir eine kurze Pause einlegen, da Sprengarbeiten vorgenommen wurden.
 Eine nicht unwillkommene Unterbrechung - Sprengarbeiten
Ich war aber trotz Allradantrieb froh, als die Straße wieder einen festen Belag hatte. Das Wetter wurde auch plötzlich schlechter und wir bekamen etwas Regen. Darüber freute ich mich; denn unser Windschutzscheibe war mit toten Insekten zugekleistert.
Wir durchquerten Gebiete mit kleinen, klaren Seen, reißenden Flüssen, Abschnitten in denen der ganze Waldbestand durch Feuer verwüstet worden war.
 So sieht es nach einem Waldbrand aus
Dann kam der letzte Abschnitt von Highway 389, der noch Schotterstraße war. Wir mussten mehrfach Bahngleise überqueren an denen man jeweils anhalten musste und hatten diesmal einen rasenden Truck hinter uns. Sicherlich wurde dieser von einem Motocross begeisterten Fahrer bedient. Wir schlitterten nur noch durch die Kurven, die Steine prasselnden gegen die Radkästen und das Bodenblech. Ich verlor die Lust am Rennen und ließ ihn passieren. Gemächlich fuhr ich weiter, bis wir plötzlich ein neues Geräusch wahrnamen.
Ich hielt an und stellte fest, dass der linke Vorderradreifen völlig zerfetzt war. Zum Glück hatten wir den kurzen Regenschauer hinter uns gelassen. Wir mussten das ganze Gepäck auf der hinteren Sitzbank verstauen um an das Ersatzrad heranzukommen.
Elizabeth half fest mit und lernte so, wie man ein Rad wechselt und ich fragte mich, warum ein Auto, wie der Highlander, nur mit ganz normalen Straßenreifen ausgeliefert wird.
Ich taufte "Goodyear", sofort in "Good for one year" um. Sicherlich hätte das aber auch mit jeden anderen Normalreifen passieren können.
Nachdem wir nicht mehr weit von Labrador City entfernt waren beschlossen wir bis dorthin durchzufahren.
 Labrador City - unser Tagesziel wurde erreicht
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